Grundstück Steenhoop 32: FDP hat nachgefragt – und bekommt Recht

Die Entscheidung
Die Gemeindevertretung Ammersbek hat am 17. März 2026 den Verkauf des Grundstücks Steenhoop 32, die ehemalige Grundschule Bünningstedt mit rund 18.500 Quadratmetern an den Kreis Stormarn beschlossen. Kaufpreis: 2,5 Millionen Euro. Der Kreis nutzt das Grundstück zur Erweiterung der Woldenhornschule Ahrensburg; erste Räume sollen bereits zum Schuljahresbeginn 2026 genutzt werden.

Die Gemeindevertretung Ammersbek hat am 17. März 2026 den Verkauf des Grundstücks Steenhoop 32 beschlossen, die ehemalige Grundschule Bünningstedt mit rund 18.500 Quadratmetern geht für 2,5 Millionen Euro an den Kreis Stormarn. Der Kreis erweitert dort die Woldenhornschule Ahrensburg; erste Räume sollen bereits zum Schuljahresbeginn 2026 genutzt werden.

Die FDP-Fraktion hat sich bei der Abstimmung enthalten, nicht weil sie den Verkauf ablehnt, sondern weil die Grundlage für den Kaufpreis fehlte.

Für die FDP-Fraktion war nicht der Verkauf das Problem, sondern die fehlende Grundlage: Ohne ein unabhängiges Gutachten lässt sich nicht beurteilen, ob 2,5 Millionen Euro dem tatsächlichen Wert des Grundstücks entsprechen. 

Die FDP war die einzige Fraktion, die einen höheren Kaufpreis von 3 Millionen Euro für angemessen hielt.

Wir haben nachgefragt

Am 18. März 2026 hat die FDP-Fraktion eine formale Anfrage mit sechs Fragen an Bürgermeister Horst Ansen gestellt.

  • Wie wurde der Kaufpreis ermittelt?
  • Gibt es ein unabhängiges Wertgutachten?
  • Wurde zwischen zeitnahem Verkauf und späterer Verwertung dokumentiert abgewogen?

Als FDP-Fraktion Ammersbek ist es unsere Aufgabe, bei Entscheidungen dieser Größenordnung genau hinzuschauen. Transparenz ist hier kein Angriff auf die Mehrheit sie ist der Kern demokratischer Kontrolle.

 

Die Sicht des Kreises

Gabriela Späte, FDP-Kreistagsabgeordnete für den Kreis Stormarn, unterstützt den Erwerb aus Kreissicht ausdrücklich.

Die Woldenhornschule wächst und braucht dringend Platz. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Für das Schuljahr 2026/2027 werden rund 210 Schülerinnen und Schüler erwartet, der bestehende Standort ist bereits ausgelastet. Containeranlagen oder Mietlösungen wären nicht nur kostenintensiver, sondern auch aus pädagogischer Sicht weniger geeignet.

Für Ammersbek ist die Situation folgerichtig: Die neue Grundschule steht, der alte Standort wird sinnvoll weitergenutzt. Dass der Kreis hier einspringt und gleichzeitig die Förderpädagogik stärkt, ist ein Gewinn für die gesamte Region.

Verantwortungsvolle Politik heißt: handeln, wenn es gebraucht wird und nicht warten, bis die Lage eskaliert. Diese Entscheidung steht dafür.

Die Verwaltung antwortet – und bestätigt unsere Fragen

Am 1. April 2026 hat die Verwaltung fristgerecht geantwortet. Das Ergebnis ist aufschlussreich.

Die Verwaltung hat mehrere Bewertungsszenarien durchgerechnet: Bei alternativer Verwertung als Bauland wäre nach eigener Berechnung nur ein Nettoerlös zwischen rund 966.000 Euro und 1,7 Millionen Euro erzielt worden also deutlich weniger als die 2,5 Millionen des Kreises. Laufende Bewirtschaftungskosten von rund 60.000 Euro jährlich und der Zeitfaktor sprechen demnach für den zeitnahen Verkauf.



Die Verwaltung bezeichnet den Kaufpreis in ihrer Antwort selbst als „politischen Kaufpreis” und meint damit: Die finale Preisverantwortung lag nicht bei der Verwaltung, sondern bei der Politik. Es war die Mehrheit der Gemeindevertretung, die diesen Preis ohne gutachterliche Grundlage beschlossen hat.

Das zeigt, dass unsere Fragen berechtigt waren. Wir haben unsere Aufgabe erfüllt.