Rahmenplan Lottbek wirft weiterhin zentrale Fragen auf

Den von der Gemeindevertretung beschlossenen „Städtebaulichen Rahmenplan Lottbek inklusive Grundschulstandort“ hat die FDP-Fraktion abgelehnt. Nach unserer Auffassung bleiben in der aktuellen Planung wesentliche Fragen offen. 

Insbesondere bestehen Zweifel daran, ob das Konzept in seiner jetzigen Form langfristig tragfähig umgesetzt werden kann. Wir hatten uns bei der letzten Abstimmung dafür ausgesprochen den Schulstandort z.B. offen zu lassen. 

Für die FDP Ammersbek steht außer Frage, dass Ammersbek einen modernen und zukunftsfähigen Schulstandort benötigt. Entscheidend ist aus Sicht der Fraktion jedoch, dass der Neubau der Grundschule solide finanziert wird. Wir sprechen uns dafür aus, gemeindeeigene Flächen gezielt zu veräußern, um Einnahmen für den Schulbau zu generieren und gleichzeitig dringend benötigten Wohnraum in Ammersbek zu schaffen. Damit könnten Investitionen in Bildung und eine Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes sinnvoll miteinander verbunden werden.

Zweifel bestehen nach unserer Meinung vor allem bei der wirtschaftlichen Realisierbarkeit einzelner Elemente der Planung. Besonders der geplante Mobility Hub mit rund ca. 200-250 Stellplätzen wirft Fragen auf. Eine eigene Anfrage an Experten aus der Projektentwicklungs Wirtschaft ergaben geschätze Bauherstellungskosten von etwa 35.000 bis 50.000 Euro pro Stellplatz, so entsteht schnell ein Investitionsvolumen im zweistelligen Millionenbereich, nur für die Parkplätze.

Aus unserer Sicht kann ein solches Projekt nicht durch die Gemeinde finanziert werden. Die Kosten müssten vollständig durch einen Investor oder beispielsweise eine Genossenschaft getragen werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen überhaupt genügend wirtschaftliches Interesse besteht, die vorgesehenen Wohnbauflächen zu entwickeln.

Denn eines ist aus unserer Sicht klar: Ohne Erlöse aus dem Verkauf gemeindeeigener Flächen fehlen wichtige Mittel für zentrale Investitionen und insbesondere für den dringend notwendigen Neubau des Schulgebäudes.

Kritisch bewerten wir zudem das vorgelegte Verkehrskonzept. Ein neuer Schulstandort sowie ein wachsendes Wohnquartier werden zwangsläufig zu zusätzlichem Verkehr führen. Nach Auffassung der Fraktion fehlen bislang überzeugende Lösungen für sichere Schulwege, eine leistungsfähige Erschließung und eine spürbare Entlastung der bestehenden Infrastruktur.

Wir werden uns weiterhin konstruktiv in die kommenden Bauleitplanverfahren einbringen. Ziel bleibt ein tragfähiger Schulneubau, verbunden mit einer ausgewogenen städtebaulichen Entwicklung, die Wohnen, Mobilität und Lebensqualität gleichermaßen berücksichtigt.
 

Foto von Isaac Quesada auf Unsplash