Vier Monate abgeschnitten: Hamburg sperrt und Ammersbek zahlt den Preis
Ab dem 29. Juni 2026 wird Hoisbüttel für fast vier Monate vom direkten Hamburger Stadtgebiet abgeschnitten. Grund ist die Grundinstandsetzung der Bergstedter Chaussee, eine Hamburger Straße, eine Hamburger Entscheidung,
getragen vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Leidtragenden sitzen in Schleswig-Holstein.
Was gesperrt wird
Die Bergstedter Chaussee wird von der Landesgrenze vollständig für den PKW-Verkehr gesperrt vom 29. Juni bis voraussichtlich 18. Oktober 2026.
Durchfahrt ist nur an den Schrankenanlagen Wildpfahl und Ferdinand-Harten-Straße möglich, gesteuert über eine Höhenkontrolle. Feuerwehr und Landwirtschaft passieren frei, private PKW nicht.
Gleichzeitig werden Mühlenbrook und Hoisbütteler Straße gesperrt und zwar ausdrücklich zur Unterbindung von Schleichverkehr.
Wer also hofft, über Nebenstraßen nach Hamburg zu gelangen, wird enttäuscht: Auch diese Wege sind dicht.
Zwei weitere Knotenpunktsperrungen kommen hinzu: Bergstedter Chaussee / Heinrich-von-Ohlendorff-Straße vom 28. September bis 9. Oktober sowie ein weiteres Wochenende in der 42. Kalenderwoche.
Was das bedeutet
Wer aus Hoisbüttel nach Hamburg muss, zum Arzt, zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen, der fährt künftig über Ahrensburg und Jersbek oder über Bargteheide. Das sind keine kurzen Umwege.
Das sind täglich zusätzliche Kilometer und Minuten für Tausende Menschen, über fast vier Monate.
Die Gemeinde Ammersbek hat in ihrer offiziellen Mitteilung klargestellt: Verantwortlich für die Sperrungen ist ausschließlich die Stadt Hamburg. Ammersbek ist Betroffener und nicht Entscheider.
Unsere Haltung
Straßen müssen saniert werden. Das ist selbstverständlich und nicht strittig. Was wir aber benennen: Eine Großstadt, die ihre eigene Infrastruktur erneuert und dabei eine Nachbargemeinde monatelang
vom Stadtgebiet abschneidet, ohne erkennbare Abstimmung über zumutbare Ausweichlösungen, das ist kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Koordinationsversagen zwischen Hamburg und dem angrenzenden Schleswig-Holstein.
Die FDP Ammersbek fordert die Gemeinde Ammersbek auf, gegenüber dem Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer formal Stellung zu beziehen und auf
mildere Lösungen zu dringen: kürzere Sperrphasen, gestaffelte Bauabschnitte oder zumindest eine belastbare Ausweichroute für den PKW-Verkehr.
Was nicht geht, ist Schweigen während fast 1.800 Bürgerinnen und Bürger auf Change.org ihren Unmut dokumentieren.
Mitchell Glindemann, Vorsitzender der FDP Ammersbek: „Hamburg saniert seine Straße, das ist sein gutes Recht.
Aber die Menschen Ammersbek tragen die Last allein. Wir erwarten von Hamburg Koordination und Rücksicht auf die Nachbargemeinde und keine vollendeten Tatsachen.
Petition mit fast 1.800 Unterschriften
Dass der Unmut groß ist, zeigt eine Petition auf Change.org, die innerhalb weniger Tage knapp 1.800 Unterschriften gesammelt hat. Die Forderung ist klar: Die Schleichwege müssen offen bleiben.
Die FDP Ammersbek teilt dieses Anliegen. Wer unterzeichnen möchte findet unten den Link zur Petition.